Schablonieren

Untergrund: Glatte bis feinkörnig verputzte Wände, feine Rauhfaser, Gipskarton, Holz
Werkzeuge: Zollstock, Bleistift, Schlagschnur, Wasserwaage, Schablone, Stupfpinsel, Spitzpinsel, Kreppband, Farbe, evtl. Holzlineal
Farben: Dispersion, Acryl, Kasein (Plaka), Kalkkasein, Leim, Silikat

Mit Hilfe der Schablone werden Ornamente an die Wand, an Decken, auf Fußböden und Möbel gemalt. Wie das nachfolgende Kapitel und die gezeigten Beispiele verdeutlichen, ermöglicht die Schablone eine enorme Gestaltungsvielfalt. Schablonieren ist so variantenreich wie keine andere der hier auf „Maler Leipzig“ vorgestellten Maltechniken. Mit viel Phantasie und Kreativität lässt es sich bis ins Künstlerische steigern. Trotzdem bleibt dabei die handwerkliche Ausführung leicht.

Schablonenarten:

Es gibt zwei Arten, die „Maler Leipzig“ im Folgenden vorstellt: Die einschlägige (= einfarbige) und die mehrschlägige (= mehrfarbige). Jede Farbe hat ihren eigenen Schlag, ihre eigene Schablone. Weitere Unterschiede bestehen in der Art der Handhabung. Schablonen werden immer wieder hintereinander angelegt. Um dieses Anlegen exakt zu ermöglichen, gibt es die sogenannten Passmarken. Das sind Sichtfenster am Anfang und am Ende, die beim Anlegen übereinander liegen. Sichtfenster sind Teile aus dem Motiv, zum Beispiel ein Punkt oder ein Teil von einem Blatt.

Manche Ornamente ermöglichen nur das Anlegen auf Stoß. Das bedeutet sehr exaktes Arbeiten, da sonst der Stoß übereinander gert und dadurch die Ornamentform beeinflussen kann. Oder der Stoß schließt nicht, eine Spalte ist zu sehen. Unsere Profis von „Maler Leipzig“ retuschieren diese später selbstverständlich mit dem Spitzpinsel weg.

Einige Flechtbandornamente können nur per Augenmaß eingepasst werden. Bei einer mehrschlägigen Schablone werden die aufeinanderfolgenden Farben durch die Paßmarken plaziert oder per Augenmaß eingesetzt. Ein weiteres charakteristisches Merkmal einiger Schablonen, die wir von „Maler Leipzig“ verwenden sind die Stege. Sie sorgen dafür, dass das Ornament nicht in Einzelteile zerfällt, oder sie unterbrechen lange, dünne Ausschnitte, um ihnen mehr Stabilität zu geben. Die Stege sind meistens so plaziert, dass sie sich harmonisch in das Ornament einfügen, ihm sogar das charakteristische Aussehen geben (häufig bei Jugendstilmotiven zu sehen). Manchmal werden sie auch nachträglich wegretuschiert, weil sie störend wirken.

Schablone schneiden:

Das ausgewählte Motiv wird auf die gewünschte Größe kopiert, die Folie auf die Kopie gelegt, mit Kreppband fixiert und das Muster mit einem Bleistift oder sehr feinem Faserstift nachgezeichnet. Wenn es sich um ein Ornament mit zwei oder mehr Farben handelt, wird für jede Farbe eine eigene Schablone ausgeschnitten. „Maler Leipzig“ empfiehlt Passmarken. Diese sitzen dann auf jedem Schlag, sofern es sich nicht um ein Ornament handelt, das auf Stoß gelegt oder per Augenmaß eingepasst wird. Kleine Rapporte wiederholen sich auf der Schablone so oft, bis die Schablone maximal 35 bis 40 cm lang ist. Mit diesem Format lässt sich handlich umgehen. Als Schneide- und Stanzunterlage bietet der Künstlerbedarf spezielle Platten an.

Zum Schablonieren benutzt „Maler Leipzig“ verschiedene Pinsel. Mit ihnen wird auf unterschiedliche Art die Farbe auftragen und damit das Erscheinungsbild des Ornaments variiert.

Deckend Stupfen: Das ist die von „Maler Leipzig“ gebräuchlichste Methode. Dabei wird der runde Stupfpinsel mit den kurzen, glatt abgeschnittenen Borsten in hämmernder Bewegung auf die Schablonenöffnungen gestupft, bis die Farbe deckt. Der trockene Stupfpinsel wird nur mit den Spitzen in Farbe getaucht, auf einer Pappe abgestreift und erst dann auf die Wand gestupft. Ist der Pinsel zu nass, gibt es am Ornamentrand hinter der Schablone Kleckse. Ein Pinsel mit längerem Borstenbesatz kann alternativ zum traditionellen Stupfpinsel benutzt werden. Mit diesem Pinsel wird die Farbe mit leicht kreisenden Bewegungen aufgetragen. Das geht schneller, aber leider kommt es auch häufiger zu Klecksen und unsauberen Ornamentkanten. Für diese Methode sind daher eine stark saugende Wand und dickflüssige Farbe die besten Voraussetzungen.

Lasierend stupfen: Die Handhabung ist die gleiche wie oben beschrieben, nur der Farbauftrag mittels Stupfpinsel erfolgt dünner. Dünnflüssige, lasierende Farbe ist vorteilhaft. Man kann die Lasur ganz gleichmäßig auftragen, betont wolkig oder reduziert.

Rollen mit der Maus: Was ungeduldige Pinselstupfer ständig gedanklich beschäftigt, ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Eine stark saugende Wand und die richtige Menge Farbe in der Rolle ermöglichen diese schnelle Methode. Die Rolle wird in Farbe getaucht, auf dem kleinen Gitter abgestreift und auf der Pappe mit Schablone ausprobiert. Sie muss so trocken sein, da keine Kleckse entstehen, und das Ornament lasierend erscheint. Eine deckende Farbe wird durch mehrmaliges Rollen erreicht Bedingt zu empfehlen.

Granieren: Dies ist eine eigenständige, von „Maler Leipzig“ häufig angewandte Lasurtechnik, die zum Schablonieren nur dann geeignet ist, wenn das Ornament großflächig ist. Als Pinsel eignet sich ein flacher Lackierpinsel, dessen Besatz nicht ganz gerade abgeschnitten, sondern leicht fransig ist. Der Pinsel wird nach der Farbaufnahme auf einer Pappe fast trocken ausgestrichen und dann ganz leicht über die Schablone gestrichen, so da die Borstenspuren deutlich zu sehen sind.

Die Erfahrungen von „Maler Leipzig“ belegen, dass der Schablonierarbeit an der Wand viele Vorübungen auf der Pappe vorausgehen. Dabei überzeugt man sich, ob die Farbwahl stimmt, die Paßmarken richtig sitzen und die eigene Fingerfertigkeit und der Umgang mit der Schablone genügen, um das Projekt in die Tat umzusetzen.

Tipp von „Maler Leipzig“: Nie ohne die Hilfslinie auf der Schablone arbeiten, denn das führt zu Paßproblemen. Folgendes Werkzeug wird benötigt: Schablone, Kreppband, kleiner Teller für Farbportionen, Pinsel und Pappe zum Pinselabstreifen. Die Schablonierfarbe wird an einem standsicheren Ort aufbewahrt. Da so viel Arbeitsgerät von der Leiter aus nicht gut bewältigt werden kann, wird vom stabilen Tisch ausgearbeitet.